Bisexualität

Unter Bisexualität, die eigentlich treffender als "Ambisexualität" bezeichnet werden müsste, versteht man, wenn sich eine Person zu beiderlei Geschlecht hingezogen fühlt. Es ist nicht definiert, ob diese Anziehungskraft romantischer und/oder sexueller Natur sein muss. Weiterhin spielt es keine Rolle, ob ein Ausleben der Bisexualität stattfindet oder nicht.

Bisexuell bedeutet, dass sich eine Person zu beiden Geschlechtern hingezogen fühlt. Wobei es hier sehr viele verschiedene Varianten von Bisexualität gibt. Z.B. gibt es Personen die sich mehr zu Männern oder Frauen hingezogen fühlen, manche können sich nur in ein Geschlecht verlieben aber mit beiden schlafen, andere haben Phasen, in denen sie mal Männer, mal Frauen attraktiver finden, usw. Und dann gibt es noch die Sorte, die Bisex zwar in der Fantasie auslebt, es sich in der Realität aber niemals getrauen würde.

 

 

Die Bi-Flagge: In Deutschland noch recht unbekannt.

 

Der kleine aber gravierende Unterschied

 

Eigentlich sollte man annehmen, dass sich die weibliche und die männliche Bisexualität kaum unterscheiden, jedoch liegen nicht unbedingt im Ausleben, sondern vielmehr zwischen allgemeiner Akzeptanz und der Sicht von Außen Welten. Während es schon in den Medien damit beginnt, dass Sex zwischen Frauen als etwas besonders erotisches dargestellt wird, haben Darstellungen von sich liebenden Männern nur selten etwas ästhetisches. Die Frauen sind meist überdurchschnittlich attraktiv und die Szenen werden als bemerkenswert sinnlich wiedergegeben. Bei Männern, sind es meistens nicht sehr ansehnliche Typen, die Szenen gehen nur kurz, man sieht nicht viel und es wird auch nicht sinnlich gefilmt. Es dient also nur dazu, dem Zuschauer zu vermitteln, dass diese Männer sich lieben, während es bei Frauensex oft auch darum geht, den Zuschauer in eine lustvolle Stimmung zu versetzen. Das finde ich sehr schade, auch wenn sich hier teilweise bei einigen Serien (man denke nur an "Queer As Folk"!) und Filmen zwischenzeitlich viel getan hat.

Sicherlich ist der eingeschlagene Weg der richtige und bestimmt werden im Laufe der Zeit Frauen, wie auch Männer ihre Neigung hierfür entdecken, wenn Männersex künftig genauso erotisch und ästhetisch gezeigt wird, wie Frauensex. Denn ich wusste auch nicht, dass ich darauf stehe, bis ich einen eigenen Internetzugang hatte und beim Surfen diverse Bildchen fand. Was ich auch noch bemängele ist, dass homo- und bisexuelle Männer oftmals als übertrieben feminin gezeigt werden. Natürlich habe ich nichts gegen feminine Männer aber ist es in Wirklichkeit nicht so, dass die meisten Homo- und Bisexuellen weder besonders feminin, noch besonders maskulin sind? Eben der ganz normale Durchschnittstyp von nebenan? Und genau weil sie so "normal" sind, werden sie von der Bevölkerung oft nicht wahrgenommen, wodurch wieder erneut dieser Eindruck entsteht. Hier wird die sexuelle Ausrichtung gleich mit dem geschlechtlichen Befinden in Verbindung gebracht. Es wird also vermittelt, dass ein homo- oder bisexueller Mann sich zwangsweise weiblich benehmen müsse. Hierauf komme ich jedoch weiter unten in diesem Text noch ausführlicher zurück.

Eine Szene aus dem Film: Splendor - Zu dritt im Bett.

Dies kommt dann auch in unserer Gesellschaft immer mehr durch: Während bisexuelle Frauen als sexy gelten und kaum ein Problem haben, einen Partner zu finden, der ihre Orientierung toleriert, empfinden es die meisten Frauen von Bi-Männern sogar schlimmer als einen heterosexuellen Seitensprung, wenn ihr Mann auf andere Männer steht. Als Grund wird dafür oft genannt, dass sie mit einem anderen Mann nicht konkurrieren könnten. Ich sehe das ein bisschen anders: Ich will, kann und brauche auch gar nicht mit einem anderen Mann zu konkurrieren. Bei einem Mann bekommt mein Partner ja schließlich nur einen Teil von dem was er möchte, für den anderen muss er immer noch zu mir kommen. Bei einem Seitensprung mit einer anderen Frau, würde ich mich fragen, was sie hat, was ich nicht habe aber bei einem Mann ist der Unterschied ja wohl offensichtlich ;-) Außerdem herrscht immer noch der Irrglaube Bisexuelle könnten nicht treu sein. Dabei ist Treue eine persönliche Einstellung, wie ich finde, die mit der sexuellen Orientierung nichts zu tun hat. Ich habe schon von einigen bisexuellen Männern gelesen, dass sie sich in ihrer Enttäuschung eine Bi-Frau gesucht haben, die dann aber die Neigung trotzdem nicht tolerierte, eine wollte sogar einen Dreier mit einem zusätzlichen Mann, fing dann aber das weinen an, als die beiden sich berührten. Sie wollte ihren Gefährten für sich alleine beanspruchen aber selbst gerne mit anderen Frauen weiterhin Sex haben, während er monogam leben sollte. Auch hier finde ich sieht man mal wieder zu deutlich, dass sexuelle Orientierung aber auch gar nichts mit persönlichen Einstellungen zu Treue und Neigungen zu tun haben muss. Man kann und darf eben einen Menschen nicht nach seiner sexuellen Veranlagung beurteilen, sondern sollte sich auch weiterhin die Mühe machen, sich den Charakter des Einzelnen anzuschauen.

Für viele Frauen, wie auch Männer ist der Sex unter Frauen das erotischste schlechthin. Für manche mag dies auch tatsächlich zutreffen, allerdings glaube ich eher, dass die Masse hier einfach einem Trend folgt. Ich muss ehrlich zugeben, dass mich zwei feminine Frauen zusammen kalt lassen aber bei zwei gut aussehenden Männern, kommt bei mir die Erregung fast schon wie auf Knopfdruck. Selbst hatte ich dennoch auch schon im Alter von 17 Jahren einen Versuch mit einer Frau, weil ich wissen wollte was daran so toll sein soll, wenn es doch immer als so ultimativ propagiert wird. Und ich muss sagen, dass es mich zwar nicht anekelte aber angeregt hat es mich auch nicht, es war für mich eher ein langweiliges ewiges Vorspiel. Erst später erkannte ich was mir wirklich fehlte.

 

Wer glaubt, eine Frau kann zwei Männer nicht erotisch finden, irrt sich gewaltig.

 

 

Die Sache mit der Ordnung im Liebeschaos

Macht sich ein Mann seine Bisexualität bewusst und kann sich selbst akzeptieren, wie er ist, wirft sich sogleich ein neuer Haufen an Fragen auf. Was bedeutet das für meine Zukunft? Kann ich eine monogame Beziehung eingehen? Was möchte ich überhaupt? Auf diese Fragen gibt es keine allgemeingültige Antwort, jedoch auch hier tendiert die Mehrheit zum alten Rollendenken. "Ein Mann besitzt eine Frau, kein anderer darf sie anfassen, ansonsten wird er in seiner Ehre gekränkt!" oder "Man darf eine Beziehung nur zu einem Menschen pflegen, zu dritt ist die Partnerschaft zum Scheitern verurteilt!" So, oder so ähnliche Denkmuster findet man in unserem Umfeld überall. Aber auch hier können wir diese Denkweisen ganz einfach hinterleuchten und ihnen den Wind aus den Segeln nehmen, wenn man sie eingehender und mit klarem Verstand betrachtet. Generell halte ich es nicht für sehr gut, sich einfach diesen vorgesetzten und wie selbstverständlich gültigen Regeln zu unterwerfen. Zum ersten Denkansatz passt auch wieder das Rollenbild, dem viele Männer entsprechen wollen und über das ich hier ebenfalls ausführlich im weiteren Textverlauf geschrieben habe.

Zu letzteren Aussage könnte ich nun genauso gut anführen, dass Beziehungen zu zweit ebenso zum Scheitern verurteilt sind, die Zahlen der Scheidungen und Trennungen alleine in Deutschland dürften meine Behauptung sogar noch beweiskräftig untermalen! Es geht mir aber hier nicht darum, zu unterstellen, dass Polyamorie besser sei als Monogamie, sondern lediglich darum, zum Ausdruck zu bringen, dass auch dies eine Frage der individuellen Bedürfnisse eines jeden einzelnen ist! Wenn jemand eine Beziehung zu zweit möchte - gut so! Wenn er dies aber nur anstrebt, weil es ja jeder so macht und es halt von seinem Umfeld erwartet wird, wird er mit Sicherheit bald schon ernsthafte Probleme bekommen. Nämlich genau dann, wenn seine "wahren" Neigungen, Wünsche und Sehnsüchte die Oberfläche durchbrechen. Keine Gesellschaft, keine guten Absichten und kein Wille zur Unterordnung kann diese lange unterdrücken. Wenn man jedoch eine monogame Beziehung zu zweit möchte, weil das Herz sich danach sehnt, unabhängig von der Umwelt, dann sind die Chancen hoch, dass derjenige darin auch seine Erfüllung finden kann. So muss jeder für sich selbst und ganz alleine herausfinden, was für ihn das Richtige ist, welche Art von Beziehung er führen möchte, ob er überhaupt eine möchte, ob er überhaupt mehrere Menschen lieben kann oder vielleicht lieber noch etwas wartet, bis er irgendwann herausfindet, was er eigentlich will.

Jeder hat das Recht, selbst zu entscheiden, wie er leben möchte, jedoch fast keiner tut es!

 

Ein wirklich queeres "Hirsch-Sandwich"

 

 

Das leidige Thema mit der Homophobie

Lustig finde ich es immer wieder Mails zu lesen, in denen mir Männer schreiben, dass sie zwar gerne einmal Sex mit einem Mann hätten aber auf gar keinen Fall bisexuell seien. Hier herrscht mal wieder die klassische Angst, sich selbst einzugestehen, dass man auch auf das eigene Geschlecht steht. Es kommen dann ganz ulkige Theorien zustande, einige Beispiele der häufigsten homophoben Behauptungen, die sich viele Männer immer wieder zusammenspinnen, um sich ihre Heterosexualität zu bestätigen, möchte ich hier gerne aufführen:

"Ich küsse doch keine Männer, ich bin doch nicht schwul!" (Anmerkung dazu: Hier zeigt sich, dass sich in der Entwicklung einiger Männer nicht viel getan hat, denn: Mit 8 dachten sie vom Küssen würde man schwanger und mit 28 glauben sie vom Küssen würde man schwul).

"Mir geht es nur um den Schwanz, der Rest interessiert mich nicht, ich bin nämlich hetero." (Anmerkung dazu: Dann bräuchte man auch nicht im Internet nach einem Kerl zu suchen, im Sexshop gibt es nämlich genug Auswahl).

"Ich poppe nur mit einem Mann, wenn eine Frau dabei ist." evtl. noch mit dem Zusatz: "Aber auch nur dann, wenn sie die Anweisungen gibt."

Diese idiotischen Theorien, Regeln und Behauptungen kommen am häufigsten vor, es gibt aber noch so viele andere, dass deren Nennung hier den Rahmen sprengen würde. Viele Männer sagen von sich, sie hätten keine Fantasie aber wenn es um die Wahrung ihrer geheiligten Heterosexualität und ihres "Nicht-Schwulseins" in Verbindung mit ihrer heimlichen Leidenschaft geht, ist ihre Kreativität beinahe grenzenlos.

Homophobie: Nicht die Homosexualität selbst ist krank, sondern die krankhafte Angst vor ihr!

 

Bestätigt wird die Homophobie dieser Menschen dann auch noch von ihrer Umwelt: Egal ob in der Familie, bei den Kumpels, bei der Arbeit oder im TV: Sex unter Männern ist ekelhaft und führt zwangsläufig zu deren Verweichlichung. Gerade auf dem Land ist es heute noch so, dass Andersdenkende, Andersfühlende und Menschen, die einfach nur sie selbst sein wollen, verstoßen werden. Zu gerne wird sich hier in das Leben anderer eingemischt, man ist sogar der Meinung das Leben anderer Personen gehe einen etwas persönlich an und man könne daran herumbestimmen. Dies musste ich leider auch schon schmerzlich erfahren. Da reicht es schon, wenn man Sex ohne eine Beziehung hat und man wird auf das Übelste fertig gemacht. Hat man dann noch eine eigene Meinung und einen eigenen Charakter, ist der Scheiterhaufen nicht mehr fern. Dabei sind es nicht nur die alten Mitbürger, sondern vor allem auch die Jüngeren, wie ich überrascht feststellen musste.

Dies kann aber lediglich nachvollziehbar machen, warum Männer nach außen lieber den "Hetero" spielen. Die Frage, warum sie dieses Spiel, das darin besteht, vehement die Anziehungskraft des selben Geschlechts auf die eigene Person vor sich selbst zu leugnen, spielen, läuft jedoch immer so gut wie auf folgenden Punkt hinaus:

 

 

Die Angst vor der (Un-)männlichkeit

 

 

Eigentlich könnte es schwachsinniger nicht sein, betrachtet man die Angelegenheit einmal aus einer objektiven Sichtweise: Ein Mann schläft mit einer Frau und ist deswegen umso männlicher, schläft er aber mit einem anderen Mann, macht er sich dadurch unmännlich! Fällt an dem Beispiel etwas auf?! Genau: Eigentlich müsste der Mann doch gerade durch den Beischlaf mit der Frau unmännlicher wirken, da er ja hier mit einem weiblichen Körper verkehrt, ganz im Gegensatz zum Sex mit einem Geschlechtsgenossen - dabei gibt es nämlich keine Frau und somit im Normalfall auch nichts Weibliches!

 

Verführer und Verführter: Wo ist das Weibliche? Ich sehe es nicht!

 

Woran liegt es also dann? Meiner Meinung nach, spielt hier ein gravierender Denkfehler bzw. Interpretationen von vorgegebenen Bildern eine nicht unerhebliche Rolle, der zwar nicht der alleinige Auslöser ist aber mit dem wir am häufigsten konfrontiert werden: Nämlich die passive Rolle, mit der weiblichen Rolle gleichzusetzen! Eigentlich wird Männerliebe generell gerne als verweichlicht angesehen, jedoch möchte ich hier speziell auf diesen Punkt eingehen. Man sieht es auch häufig an folgenden Formulierungen von Männern die nach aktiven Partnern suchen, sie bezeichnen sich als "Stute", "Schwanznutte" oder "Spermaschlampe", mit einer "Arschfotze", "Povotze", usw. Was sticht bei all diesen Bezeichnungen hervor? 1. die Abwertung und 2. die Verweiblichung! Die Sichtweise herrscht vor, Weiblichkeit sei passiv, devot und empfangend, während Männlichkeit dominant, aktiv und gebend sei. Nicht zuletzt spiegelt sich diese Rollenverteilung auch in den stinknormalen heterosexuellen Pornofilmen wieder - die Frau hat nicht nur ein Geschlechtsorgan, sondern gleich drei! Während ihr Rektalgang auch für den männlichen Lustgewinn zu dienen hat, bleibt er beim Mann selbst eine Tabuzone und dient lediglich zur Ausscheidung der Exkremente. Kaum jemandem fällt dieses Ungleichgewicht auf, man hat es nie anders kennengelernt und akzeptiert es schließlich als normal und gottgegeben. Man nennt dieses unhinterfragte Übernehmen von Sichtweisen auch "Heteronormativität".

 

Fakt ist jedoch: Der Mann erfährt durch die passive anale Stimulierung sogar noch einen zusätzlichen Lustgewinn, der Frauen aufgrund körperlicher Unterschiede vorenthalten bleibt! Grund dafür, ist die Prostata, deren Stimulierung in nicht seltenen Fällen bis zu ungeahnten Höhepunkten führen kann, ohne dass der Penis dabei auch nur einmal angefasst wird. Und da sowohl bisexuelle, schwule und auch heterosexuelle Männer die gleiche Anatomie aufweisen, häufen sich in Foren die Threads besorgter User: "Bin ich schwul, wenn ich mir einen Dildo hinten rein stecke?" oder "Ist es unmännlich es sich von seiner Freundin mit einem Vibrator besorgen zu lassen?" Und wieder sticht es sofort ins Auge: Schwul, wird mit Unmännlichkeit gleichgesetzt. Klar, da kommen einem Bilder in den Kopf von Typen mit bunten Federboas um den Hals, die Stöckelschuhe tragen und sich femininer geben, als es eine Frau jemals könnte. Doch haben sich diese letztendlich nicht selbst in dieses Rollenbild gefügt? Wieso sollte ein Mann, der die anale Stimulation liebt - egal, ob nun von Frau oder Mann - gleich eine klischeehafte Ausgeburt an überzogener Tuntenhaftigkeit sein? Was hat Analverkehr denn mit schrillen Outfits, gekünsteltem Verhalten und denn allseits bekannten "rosa Wattebällchen" zu tun? Da drängt sich mir die ziemlich derbe Frage auf: Haben wir nicht alle einen Arsch? Und warum wird dieser - zumeist nur beim Mann - mit einer weiblichen Scheide verglichen? EIN ARSCH IST KEINE FOTZE, lieber Besucher dieser Internetseite, ich muss es schließlich wissen, zumal ich über beiderlei Körperöffnungen verfüge und mir bisher noch keine Verwechslung zwischen diesen unterlaufen wäre!

Würden sich Männer nicht mehr an ihren eigenen Penis fassen, wenn dies auch mit einer gewissen homosexuellen Szene in Verbindung gebracht werden würde? Millionen dreibeiniger Mitbürger auf diese Art am Wichsen zu hindern, wäre doch auch unmöglich! Wieso gilt es dann als unmännlich einen anderen Mann zu penetrieren und - vor allem - sich von ihm penetrieren zu lassen? Muss man(n) dazu zwangsläufig eine devote oder transsexuelle Ader haben? Nein, denn die Lust beim Analverkehr entsteht völlig unabhängig von der sexuellen Orientierung oder Identität! Wer glaubt dies breche seinem Männlichkeitsbild einen Zacken aus der Krone, sollte sich einmal etwas eingehender über die männliche Anatomie informieren!

 

Analverkehr bedeutet für viele Männer eine zusätzliche Bereicherung ihrer Sexualität!

 

Hierzu ein Forenbeitrag aus einem Erotikforum, in dem es ein Bi-Mann nicht treffender hätte beschreiben können (Danke an Equinoxious für die freundliche Genehmigung!):

 

"Also wenn ich hier so einige Beiträge lese ... Dann merke ich doch ein gewisses Unwohlsein der BI-Männer untereinander ...

Erst mal beharrt jeder auf seiner Definition WAS jetzt nun "BI" ist. Das ist doch eine irrige Debatte. Das ein Mann NICHT "BI" sein soll, weil er sich NUR für "Schwänze" interessiert, ist irrig - einerseits.

Andererseits merke ich an dieser auf einen Körperteil reduzierten "Liebe", also einen Fetisch, welche Kälte zwischen vielen Männern herrscht - und die existiert beileibe nicht nur unter BI-Männern.

Ich möchte den Anlass, Männerschwänze zu begehren dazu nutzen, um zu schauen was es da noch gibt, wenn ich schon körperlich so nah an andere Männer herankomme. Es kommt mir absurd vor, das einerseits viele Männer einer ausgiebigen Männerkumpelei frönen, dann eventuell gleichzeitig noch eine heimliches sexuelles Verhältnis zu Männern haben, aber dann nicht in der Lage sind die zwei Dinge zusammenzutun. Man könnte fast glauben sie hätten ANGST davor sich zu verlieben, wenn sie sagen, dass sie nie dazu in der Lage wären. Liegt es daran, dass sie die Liebe für etwas Weibliches halten und dass sie Angst davor haben vermeintlich "weibliche" Qualitäten an sich zu entdecken. Könnte es ihr hermetisches Weltbild ins wanken bringen? Ich habe diesen Verdacht.

Ich sehe das ALLGEMEINE Entdecken und Ausleben unserer Homosexualität und somit unserer BI-Sexualität, als evolutionären Schritt zu einer friedlicheren Gesellschaft. Ganz im Sinne von Richard Wrangham und Dale Petersen ("Demonic Males - Apes and the Origins of Human Violence" - zu Deutsch "Bruder Affe" - erhältlich bei Amazon). Dieses Buch ist eine der bedeutendsten wissenschaftlichen Veröffentlichungen über Primaten, zu denen wir und auch die Bonobos gehören. Von den Primaten kennen lediglich die Bonobos keinen Mord. Als einer der Gründe wird ihre allgegenwärtige Triebabfuhr und Homosexualität gesehen. Außerdem die Entkoppelung der Sexualität als Mittel er Machtausübung.

All die gepanzerten (BI- und Homo-)Männer die sich die LIEBE zu einem Mann nicht vorstellen können sollten sich fragen, ob dieses kategorische Ausschließen wirklich nicht einer unbewussten Angst entspringt. Denn widersprüchlich ist es allemal. Geil auf Schwänze sein, aber das was dranhängt nicht lieben, achten, ja nicht einmal groß damit reden können. Aber dann am Stammtisch wieder große Reden Schwingen - Machtausübung.

Liebe Männer, NUTZT die Gelegenheit mehr über eure Sexpartner und Euch selbst kennen zu lernen, als nur die ewigen Klischees. Permanenz - auch die der Stereotypen des männlichen Geschlechts - ist eine fixe Idee. Evolution ist nicht nur möglich sondern real - auch für und bei uns.

Das Gebaren vieler Männer, auch in diesem Forum, erinnert mich an die in der Türkei (und offensichtlich auch bei uns und anderswo) weit verbreitete, absurde Einstellung, "nicht ich bin schwul, sondern der den ich (in die bevorzugten Körperöffnungen) "gefickt" habe". Hurra!

Mehr Verdrängung geht nicht! - und zu viel Verdrängung (geoutet oder nicht) ist ungesund. Und abgesehen davon: Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, was für ein Kick auf uns warten könnte, wenn wir mal loslassen und uns nicht immer an unseren Klischees festhalten???"

Quelle: http://bi-maenner.joyclub.de/forum/t525307-45.was_verstehen_bi_maenner_unter_bi.html#p11539179

 

 

Doch was macht einen Mann dann eigentlich aus?

 

Ein Mann ist nur dann ein richtiger Mann, wenn er...

 

...immer stark ist und keine Schwäche zeigt,

...sich nie bei jemandem anlehnen braucht,

...niemals weint oder zusammenbricht,

...seine Gefühle unterdrückt und so tut, als würde ihn nichts verletzen,

...keinem seine sensible Seite offenbart,

...sich vor nichts fürchtet und sich nicht ängstigt,

...sich niemals fallen lässt, sondern immer nur seine Partnerin dazu bringt, sich fallen zu lassen,

...viel Sex mit vielen unterschiedlichen Frauen hat, die er natürlich alle zum Orgasmus bringt,

...stets potent und ausdauernd ist,

...er im Bett nur die Dinge tut, mit denen er am Stammtisch prahlen kann,

...beruflich, wie privat erfolgreich und überlegen ist,

...letztendlich eine Frau heiratet und mit ihr viele gesunde Kinder zeugt,

...das Familienoberhaupt ist, das stets den Überblick behält und alles beherrscht,

 

...oder?

 

Es könnte vielleicht zutreffen, wenn Männer Maschinen und keine Menschen wären. Leider liegt es aber in der menschlichen Natur stark und schwach zu sein. Gefühle sind weder weiblich, noch männlich, sondern einfach nur MENSCHLICH!!! Lediglich die Art, wie wir mit ihnen umgehen, bestimmt unsere Erziehung und unser Umfeld - selten wir selbst. Jedoch sollte man sich der Tatsache stets bewusst sein, dass Hemmungen keine angeborene und unabänderliche Charaktereigenschaft sind, sondern uns im Laufe des Wachstums anerlernt wurden und nur wir selbst daran arbeiten können, diese wieder abzulegen und auf unsere innere Stimme zu hören, die uns unabhängig von Meinungen anderer sagt, was richtig und falsch ist. Allerdings sitzen bei einigen die Hemmungen dermaßen tief, dass selbst der innere Wegweiser nicht mehr funktionieren kann, sondern dieser bloß das monoton nachplappert, was man ihm jahrelang von außen eingetrichtert hat! Und zuletzt möchte ich an dieser Stelle noch anmerken, dass es nicht gerade von wahrhafter Stärke zeugt, wenn man sich seine Schwachstellen nicht eingestehen kann!

 

Ist ein Mann, der einen anderen Mann liebt, schwach oder nicht vielmehr stark genug um zu sich selbst und seiner Liebe zu stehen?

 

 

 

Von wegen die Gene sind an allem schuld

 

"Ja, aber sind denn Männer nicht die Jäger und Sammler, wie es bereits in der Steinzeit der Fall war?", höre ich hier schon einige Skeptiker laut werden. Darauf kann ich nur antworten, dass manche Forscher dies annehmen, das Wissen über die sozialen Strukturen zu diesen frühen Zeiten unserer Geschichte fehlt uns allerdings. Es ist gut möglich, dass auch Frauen, die sich nicht gerade um ihre Kinder kümmern mussten, ebenso nützlich machten und zur Jagd gingen, wie ihre Männer. Fakt ist: Wir wissen es nicht!

Nur mal als kleine Anmerkung: Im Übrigen wurde erst kürzlich auch die Theorie widerlegt, dass Männer von Natur aus promisk und Frauen monogam seien. Im männlichen Sperma wurden Samenzellen gefunden, die nicht für die Befruchtung zuständig sind, sondern lediglich die Eigenschaft besitzen, fremde Spermien "anzugreifen" und unschädlich zu machen. Dies wäre nicht notwendig, wenn in der Geschichte unserer Evolution Frauen immer nur mit einem Partner verkehrt hätten. Zudem wird damit auch die verlängerte Dauer bis zum weiblichen Orgasmus und auch die Fähigkeit diesen mehrfach ohne anschließende Lustminderung zu erleben, in Verbindung gebracht, da die Frau somit mit mehreren Männern innerhalb eines kürzeren Zeitraums schlafen konnte und da Männer bekanntermaßen schneller kommen, dadurch auch das Ejakulat von mehreren aufnahm. Dies sollte laut Annahme einiger Forscher (und diese ist genauso wenig bewiesen, allerdings existieren hierfür biologische Indizien) zum Einen die genetische Vielfalt aufrecht erhalten und Inzucht vorbeugen und zum Anderen dazu führen, dass das geborene Kind von allen Männern in der Sippe versorgt und nicht verstoßen wird.

 

Einige werden sich jetzt aber beschweren: "Das männliche Rollenverhalten hat etwas mit den Hormonen zu tun!" Ja, sicher, Hormone können uns und unser Befinden extrem stark beeinflussen, das musste ich durch meine Schilddrüsenfehlfunktion leider auch schon herausfinden. Aber die weitläufige Vermutung, Testosteron mache aggressiv oder streitlustig, ist nach neueren Studien nicht länger haltbar. Wer sich dafür näher interessiert, kann gerne einmal nach den Ergebnissen googeln, zu denen die Universität Zürich gelangte. Außerdem dürfte es laut der Theorie, dass unsere Hormone unseren Charakter und unser Geschlechtsempfinden bilden, keine Transsexualität existieren. Stattdessen gibt es zahlreiche Menschen mit dem ihrem biologischen Geschlecht angemessenen Hormonstatus, die sich trotzdem gefangen im falschen Körper fühlen und welche auch schon von Kindesbeinen an, anders tickten als ihre Geschlechtsgenossen (und auch hier weiß ich, wovon ich rede).

 

"Na, und? Es ist doch wissenschaftlich bewiesen, dass das Gehirn bei Männern anders funktioniert, wie bei Frauen!", vernehme ich schon die Schreie aus einer anderen Ecke. Und wieder muss ich zumindest zum Teil widersprechen. Nicht nur jedes Geschlecht, sondern jeder Mensch hat ein anderes, individuelles Gehirn, mit verschieden verteilten Ausprägungen und Fähigkeiten, egal ob Mann oder Frau. Wer sich mit dem Thema einmal näher auseinander setzt, wird feststellen, dass lediglich manche Ausprägungen häufiger bei Frauen und andere häufiger bei Männern vorkommen. Das vollständig zu 100% weiblich oder männlich funktionierende Hirn, kommt hingegen nur sehr selten vor - im Normalfall hat jeder etwas von den Eigenschaften, die dem anderen Geschlecht zugeschrieben werden (es gibt nicht wenige Frauen, die bei Tests wie Männer abschneiden und auch Männer, die wie Frauen abschneiden!), außerdem gibt es auch Leute, die sich in einem neutralen Zwischenbereich bewegen, denn man sollte sich obendrein bewusst machen, dass schwarz und weiß nicht die einzigen Töne auf der Farbpalette der Natur sind!

 

Ich möchte an dieser Stelle nicht ausschließen, dass unsere Biologie unser Wesen prägen kann, allerdings halte ich viele Vorurteile für völlig überzogen und nur für den Zweck tauglich, der Klatschpresse neuen Stoff zu liefern, da es zur Zeit offensichtlich modern geworden ist, "Geschlechterkämpfe" zu veranstalten oder auf Klischees herumzureiten. Ich bin diese Diskussion jedenfalls leid und kann es zudem nicht mehr hören, da hier munter an stereotypen Denkweisen gearbeitet wird, unter denen letztendlich auch ich zu leiden habe, wenn man mich wie eine Frau behandelt und einordnet, nur weil man von meinem weiblichen Körper sofort auf mein Inneres schließt. Wem es zu anstrengend ist, sich mit einem Individuum eingehend zu beschäftigen, der greift eben gerne auf vorgekaute Muster zurück.

 

Früher erklärten uns andere, wer wir sind - heute haben wir die Möglichkeit es selbst herauszufinden!

 

 

Nicht das Gegenteil, sondern das Gleichgewicht

 

Ganz ehrlich, ich mag sie allerdings auch, die starken Männerhände auf meinem Körper und wenn ich mich bei ihm ankuschle und mich geborgen fühle aber genauso mag ich es auch, ihn zu verwöhnen, zu spüren, wie er sich in meinen Händen fallen lässt und sich an mich anlehnt und bei mir Halt sucht, wenn er sich danach sehnt. Ich würde weder mit einem Macho, der die ganze Zeit über nur den Harten spielt, noch mit einem Weichei, der die ganze Zeit bloß herumheult, klarkommen. Sehr viel schöner ist es für mich, wenn mein Gegenüber einfach nur er selbst ist, mit all seinen Facetten, den starken und schwachen, den intuitiven und den logischen, den sensiblen und den unempfindlichen. Die Sanftheit in der Kraft und die Kraft in der Sanftheit! Denn darin erkenne ich die wahre Stärke eines Menschen und kann mir sicher sein, dass auch ich mich frei entfalten darf in meinen ganzen gegensätzlichen Attributen. Und ja, ich stehe auf Männer, bin sogar sexuell nur auf diese ausgerichtet und ein Mann, bleibt auch dann für mich ein Mann, wenn er sich hingibt und den passiven Part einnimmt. Ich möchte ihn weder verweiblichen, noch unter mich stellen, bloß weil er in der passiven Rolle der Empfänger und nicht der Ausführende ist. Keine Damenwäsche, keine Frauenrolle, keine Feminisierung, sondern einfach nur Maskulinität in eleganter Hingabe!

 

Hingebungsvolle Leidenschaft ist nicht unmännlich!