Beschreibung: Als Brandon Teena, ein junger Mann mit umwerfendem Grinsen und einem engelhaften Gesicht, nach Falls City, Nebraska, kommt, schlüpft er in diese Stadt, als sei sie seine zweite Haut. Innerhalb kurzer Zeit wird er Mitglied einer Gang, hat eine Freundin und hat sich mit genug Leuten angefreundet, um so etwas wie eine kleine Familie entstehen zu lassen. Tatsächlich ist es die beste Zeit, die Brandon jemals hatte. Es hängt jedoch ein Schatten über Brandons Leben: ein Gerichtstermin wegen eines Autodiebstahls, eine bewegte kriminelle Vergangenheit und ein scheinbar harmloses Strafmandat wegen zu schnellen Fahrens, das zu seinem Verderben führen könnte. Warum? Weil, wie es sich herausstellt, Brandon Teena in Wahrheit Teena Brandon ist: eine Frau, die sich als Mann verkleidet.
Diese faszinierende Geschichte basiert auf einer realen Begebenheit -- wie in The Brandon Teena Story dokumentiert --, die sich 1993 zutrug und in einer Tragödie endete: Brandon wurde von zwei ihrer vermutlich besten Freunde vergewaltigt und anschließend ermordet. Trotz dieses schrecklichen Ausgangs wird Brandons Geschichte in den fähigen Händen von Regisseurin Kimberly Peirce (die das Drehbuch zusammen mit Andy Bienen schrieb) weder bedrückend noch moralisierend, sondern dank Hilary Swanks phänomenaler und unsentimentaler Darstellung, für die sie mit einem Oscar als beste Hauptdarstellerin geehrt wurde, seltsam anrührend.

Swank lebt in Brandons Gegensätzen und Leidenschaften mit einer natürlichen Lebendigkeit, vor der sich die meisten Schauspielerinnen scheuen würden. Brandons Täuschung ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt, aber Swanks Enthusiasmus ist ansteckend. Und wenn Brandon beginnt, die schlehenäugige Lana (perfekt gespielt von Chloë Sevigny) zu umwerben, findet er eine Seelenverwandte, die, genau wie er, Grenzen und schicksalhafte Identitäten überschreiten will. Im letzten Teil des Films, als Brandons wahre Identität zum Vorschein kommt, ist der Film wirklich schmerzhaft anzusehen, aber inmitten all der Schmerzen befinden sich anrührende Momente zwischen Brandon und Lana, die mit der Wahrheit kämpft, wer Brandon nun wirklich ist. Sie werden, nachdem Sie Boys don't cry gesehen haben, mit Zuneigung und Respekt an Brandon denken, nicht mit Mitleid. --Mark Engelhart


 

Genre: Film über einen Transmann

persönliche Bewertung: Ich glaube keiner, der sich mit den Themen Transsexualität und Toleranz auseinandersetzt, kommt an diesem Film vorbei. Obwohl ich bereits vorher wusste, wie die (leider) wahre Geschichte ausgeht, bleibt ein Gefühl von Trauer und Wut. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier ein junger Mensch eines sinnlosen Todes sterben musste, nur weil zwei Bauernlümmeln, deren niedrige Intelligenzquotienten sicherlich bereits klinisch relevant sein dürften, meinen ihnen stünde das Recht zu, zu bestimmen wer pervers veranlagt sei. Besonders im Zusammenhang mit der Vergewaltigung durch die beiden an dem Jungen erhält diese übertriebene Moralvorstelellung einen besonders grotesken Beigeschmack.

Im Gegensatz dazu fällt es leicht, Brandons Lügen bezüglich seiner "Scheinidentität" als Bio-Mann zu verzeihen, denn seine Verunsicherung ist durch den ganzen Film hindurch spür- und auch nachvollziehbar.

Handlung Spannung Erotik  
 

 

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