Strap On - Ein Toy, 100 Möglichkeiten, 1000 Missverständnisse

 

Ein Strap On oder auch Umschnalldildo genannt, ist eine Penisnachbildung mit Gurten, die sich (im Normalfall) der weibliche Part um die Hüften schnallen kann, um aktiven Verkehr auszuüben. Es gibt allerdings noch viele weitere Varianten, wie z.B. welche für den Mann, die innen hohl sind oder Strap Ons mit einem Innendildo für den weiblichen aktiven Part, usw.

Der Klassiker

Dieses Teil findet bei den unterschiedlichsten Spielen seinen Einsatz, z.B. unter lesbischen und bisexuellen Frauen, bei dominant/devoten Rollenspielen, uvm. Gegen die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten dieses Toys ist natürlich nichts einzuwenden, allerdings kann ich den Begriff "Strap On" mittlerweile schon gar nicht mehr hören! Warum? Ganz einfach: Ständig bekomme ich Post, mit Inhalten wie: "Ich will deine devote Schlampe sein, wenn du mich damit fickst!", "Meine Povotze ist offen für dein Strap On" oder "Oh ja, ich träumte schon immer mal davon, mich von einer Frau so richtig zu erniedrigen und durchficken zu lassen!" Kein einziger (bis auf meinen Mann!) hat begriffen, dass ich dieses Teil weder dazu verwende jemanden zu erniedrigen, noch um jemanden zu verweiblichen! Ich hatte es schon einmal geschrieben und ich dachte eigentlich, es wäre klar aber anscheinend ist die Projektionskraft der eigenen Wunschvorstellungen bei manchen Männern dermaßen stark ausgeprägt, dass sie es glatt überlesen, wenn ich schreibe, dass ich mit einem Mann, als Mann Sex haben möchte, wenn ich dieses Spielzeug benutze! Auch habe ich schon einmal geschrieben, dass ein Arsch keine Fotze ist aber ich schreibe es an dieser Stelle eben noch einmal! Genauso wenig geht es mir um Unterwerfung oder Erniedrigung des passiven Parts. Wieso ist das für einige Männer so schwer zu verstehen? Sitzen denn die Rollenmuster so tief in den Hirnen oder drücke ich mich zu unklar aus? Wenn letzteres zutrifft, wie kann ich noch deutlicher werden? Was verhindert zuverlässig, dass man mich richtig versteht und wie kann dieser Fehler künftig vermieden werden?

Genauso mag ich es nicht, wenn es heißt: "Wenn du die Frau mit dem Strap On bist." Nein, bin ich nicht! Ich bin in dieser Rolle ein Mann und keine Frau mit Strap On, auch wenn das nach aussen hin so aussieht! Seltsamerweise begreift es bei MannzuFrau-Transexuellen und Damenwäscheträgern jeder, dass diese eine weibliche Rolle einnehmen, wieso ist es dann so schwer zu verstehen, dass ich die männliche mit dem Teil einnehme? Ich bin dann keine dominante Frau, sondern ein aktiver Mann! Mittlerweile hasse ich den Begriff "Strap On", ich kann ihn nicht mehr hören, schon wenn er in einem privaten Chat fällt, ist es bloß noch mein Verstand, der mich davon abhält das Fenster sofort zu schließen und mir sagt ich sollte vielleicht besser abwarten, ob der Chatpartner es vielleicht doch richtig aufgefasst hat. Genauso stellen sich mir schon sämtliche Haare auf, wenn ich auf das Thema in irgendwelchen Foren stoße, da dort nur und ausschließlich die dominant/devote Spielart diskutiert wird, in der die Frau eine Frau bleibt, die eben ihre Dominanz auslebt und der passive Partner zum Weibchen, zur Nutte, Schlampe und was weiß ich noch wird. Ich habe es aufgegeben, dass ich dort verstanden werde, es kapiert sowieso keiner, wobei auch hier vereinzelte Ausnahmen, die Regel bestätigen. Eine Frau, die ein schwuler Mann sein will - unverständlich und offensichtlich nicht nachzuvollziehen.

Mittlerweile fühle ich mich von der Internetgemeinde nur noch auf dieses Teil reduziert, was in mir vor geht und wie ich gesehen und akzeptiert werden möchte in diesem Moment, in welchem ich meine Transsexualität auslebe, interessiert keinen, für die meisten bin und bleibe ich die Frau mit dem Gummiding, die ihren Partner erniedrigt und in die Frauenrolle drückt! Kaum einer hat ein Problem mit dem Mann in der Frauenrolle (ich hingegen schon!) aber dafür umso mehr mit der Frau in der Männerrolle. Es geht einfach nicht in die Hirne rein, dass in einem weiblichen Körper eine männliche Seele steckt und vielleicht sogar diesen Part in sich sexuell ausleben möchte, wo hingegen sich nach einem Mann, der sich wie eine Frau fühlt und sich so kleidet, viele die Finger lecken (Trannychaser).

Leute, ich habe keinen Bock mehr! Ganz ehrlich, es reicht mir mit den Missverständnissen. Was ich daraus lerne ist, dass ich meine männliche aktive Seite, einem dritten Partner - sofern wir denn mal einen finden sollten - erst dann offenbare, wenn ich mir absolut sicher sein kann, als was er mich und auch sich selbst sieht. Ich bin ein schwuler Mann im Körper einer Frau und möchte einfach nur Sex mit einem anderen Mann. Was ist daran so schwer zu verstehen?