Wünsche eines devoten Girlfags

 

 

Ich weiß, ich bin zu kompliziert für diese Welt,

zu direkt und unverstellt,

 

und doch weiß ich was ich will,

aber das ist den meisten Männern viel zu viel,

 

denn ich will sie sehen, wenn sie sich lieben,

sich streicheln und gar nicht genug von einander kriegen,

 

und zu den meisten Männern großem Verdruss,

steh' ich ausgerechnet auch noch auf Typus Dominus.

 

 

 

Nein, nein, nicht den großen Alphawolf,

und auch nicht den Seriösen mit der Clubmitgliedschaft beim Golf,

 

was ich will ist ein lieber Lederkerl, der gern verführt,

und mich vor Lust winseln lässt, wie es ihm gebührt,

 

aber bin ich kein Sub dem es gefällt zu leiden,

darum sollt' er mir vor allem Freud' bereiten,

 

ihm zu Füßen, Schuhe küssen, alles kein Problem,

denn in tiefer Bewunderung soll er mich auch sehn,

 

meine Sehnsucht ist ihn anzubeten,

doch soll er mich dafür bitte nicht auch noch treten,

 

so destruktiv ist das alles nämlich nicht mein Fall,

kann nichts dafür, so bin ich halt.

 

 

 

Beim Schmerz sieht es nicht viel anders aus,

alles was über Lustschmerz geht, streich schon mal aus der Liste raus,

 

er darf mich fesseln und auch schlagen,

aber ohne mir Strafen dabei aufzutragen,

 

alles soll erfolgen aus seiner Lust,

dann ist selbst die Ohrfeige für mich kein Frust,

 

keine Erziehung, Strenge, nichts dergleichen,

bin erwachsen und brauch keine pädagogischen Ziele zu erreichen,

 

trotzdem find' ich es verrucht und wild ganz wunderbar,

am liebsten in einer Beziehung zu einem bisexuellen Männerpaar.

 

 

 

Auch als Haustier fände ich's sehr fein,

würd' sogar seine liebe Stute sein,

 

beim Reiten dürfte er mir sogar die Sporen geben,

und ich tät' mich freuen diese Nähe zu erleben,

 

mein scharfer Cowboy in schwarzem Leder,

was er dürfte, dürft' bestimmt nicht jeder,

 

ja, ich gebs ja zu, ich bin sehr visuell geprägt,

doch wär's mir auch wichtig, dass er sein Herz am rechten Flecke trägt,

 

schließlich geht es mir nicht nur um Befriedigung unsrer Triebe,

sondern auch um das Verschenken meiner innigsten Liebe.

 

 

 

Was er in der Brieftasche hat, ist mir egal,

dafür interessiert mich sein Geist überproportional,

 

ein echtes Einzelstück unter den Menschen ist sehr selten,

und das Schicksal wird die Suche mit einer langen Wartezeit vergelten,

 

so gut wie jeder denkt in Heteronormativität,

doch mein Traumtyp glänzt mit Individualität,

 

seine Augen zeigen Seele aber keine Stumpfheit nicht,

denn er ist genauso unverstellt wie ich,

 

man sagt wenn zwei auf diese Art Bekannte sich begegnen,

sollen die Sterne vom Himmel herab zur Erde regnen.

 

Ob das stimmt, das weiß ich nicht,

es herauszufinden heißt nun meine Pflicht,

 

drum bin ich hier zwischen all den anderen und tummle mich,

und frage scheu: "Erkennst du mich?"